Genaue Unterschiede zwischen Import- und US-Modellen

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Matzel
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Genaue Unterschiede zwischen Import- und US-Modellen

Beitrag von Matzel »

Hallo liebe Explorer-Gemeinde,

zu allererst möchte ich mich vorstellen, mein Name ist Marcel, ich komme aus dem schönen Erftstadt bei Köln und bin 23 Jahre alt. Meine Freundin Bianca und ich sind Autonarren, wir fahren neben zwei Pontiac Firebirds ("Knight Rider") auch noch zwei VW Käfer der Baujahre '61 und '68.

Für unser nächstes Alltagsauto haben wir einen Explorer im Visier. Da ich bereits seit Jurassic Park ein Fan der frühen Explorer bin, soll es ein Modell der ersten Generation werden. Viele Fragen habe ich hier bereits über die Suche beantwortet bekommen, aber eine wichtige blieb offen:

Welche genauen Unterschiede bestehen zwischen der US- und EU-Version, also der offiziell von Ford in Deutschland verkauften Version? Das was ich optisch bereits gesehen habe, ist die breitere Kennzeichenausparung in der Heckklappe und die gelben Blinker im Heck. Das es rote Rückleuchten auf dem Markt gibt, habe ich bereits gesehen - hier könnte man dann gelbe Leuchtmittel in den Öffnungen der Rückscheinwerfer als Blinker verwenden.

Aber: Sind auch Dinge wie die breite Kennzeichenhalterung wieder auf US-Standard rückrüstbar oder ist die komplette Klappe anders? Wie sieht es mit den gelben Standlichern etc., aus, die die US-Modelle schmücken? Welche Unterschiede bestehen noch? Mal die Legalität dieser Maßnahmen ausser Acht gelassen, es geht mir nur darum, ob es geht (oder ob ich direkt ein US-Modell kaufen sollte).

Euro 2 ist bei einem 94er Modell (dieses Baujahr hatten wir ins Auge gefasst) möglich, liege ich da richtig?

Besten Dank im Voraus an alle 4x4-Fans! :)

Marcel
Falk

Beitrag von Falk »

Hallo Marcel

"Herzlich Willkommen" :)


Kennzeichen Heck auf US-Optik zurückrüsten ....... geht sicher - mit gutem Willen aller Beteiligter. :D
In die Heckstoßstange muss die Beleuchtung eingelassen und angeschlossen werden. Die Kennzeichenbeleuchtung an der Heckklappe ab und die enstandenen Löcher verschweißt und alles lackiert.
Der Zulassungsstelle muss jetzt nur noch klar gemacht werden, warum das Fahrzeug auf einmal ein "Moppedkennzeichen" (ähnlich US-Größe)bekommen soll.

Beleuchtung auf US-Optik am Explorer I ...... da habe ich wenig Ahnung.
Denke mal, das ist recht aufwändig. Da wurde ja bei den Euro-Modellen alles ausgetauscht. :?
Rote Heckleuchten geht sicherlich - wenn man dann sich welche besorgt.



Einfacher ist es natürlich, sich gleich einen Import zu holen 8) .

Dummerweise sind die tatsächlich recht rar :(
Hier in Holland steht einer - 2500,- € --> mobile.de
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Eine Aussparung für die EU-Kuchenbleche gibt es nicht. Da wurde einfach eine Leiste mit 3 Lampen zur Beleuchtung draufgepappt. Das Ding loszuwerden ist nicht schwer, wie Falk schon beschrieben hat.

Allerdings musste seinerzeit aus "Sicherheitsgründen" für Deutschland eine Heckklappe ohne drittem Bremslicht montiert werden. Dieses nachzurüsten, erfordert schon ein bisschen mehr Bastelarbeit - zumindest wenn man's original haben möchte.

Ausserdem hat man den D-Exporten noch die kleinen Universalscheinwerfer aus'm Zubehörmarkt verpasst - natürlich mit E-Prüfzeichen und Loch für ein Standlichtbirnchen. Das brauchte es auch wegen der gewagten Scheinwerferhöhenverstellungskonstruktion, die Ford auf dem heimischen Markt niemandem zumuten wollte/musste.

Da die Knopfaugenscheinwerfer zwar schmäler, aber auch ein kleines bisschen höher als die Originalscheinwerfer sind, brauchte man ausser einer anderen Scheinwerferblende auch noch andere Blinker. Letztere sind etwas niedriger als das Original.

Die seitlichen Reflektoren sind hingegen exakt gleich ausgeführt.

Der Kühlergrill der Exportausführung stammt vom Limited. Auch die Stossfängerverkleidungen hat man vom US-Limited genommen, aber statt in Wagenfarbe, grau lackiert. Dazu kam dann noch eine Plastikverkleidung rundum, wegen der Optik. Die seitlichen Stoßleisten stammen zwar auch vom US-Limited, sind aber auch grau lackiert und haben keinen Limited-Schriftzug.

Die hinteren Stoßfänger wurden für D mit Ausnehmungen für Rückfahrscheinwerfer und Nebelschlussleuchte versehen - genau dort rosten sie dann ja auch.

Es wurde auch eine andere Dachreling vernaut. Die ist zwar auch nicht auf ein höheres Gewicht ausgelegt, schaut aber eben anders aus und hat einen anderen Verstellmechanismus (bestimmt viiieeel sicherer als die Originalen)

Ausserdem gab's noch andere Rückspiegel. Statt anklappbaren, größeren Rückspiegeln mit einer konvexen Linse im rechten Spiegel, gab's schmälere, fixe Spiegel.
Wahrscheinlich erschien jemandem in Köln die Aufschrift "Objects in mirror are close than they appear" zu exotisch für den deutschen Markt und da man's auch nicht braucht, gab's auch keine beheizbaren Spiegel (hat mein 94er Limited zBsp. serienmäßig)

Weiters befand man es für würdig und Recht, statt der originalen Reifendimension von 235/75/15, Asphaltschneider in der Dimension 225/70/15 aufzuziehen. Vorteil: Diese Pizza-Cutters verleihen dem Geländewagen eine hübsche und weniger bedrohliche Mazda-MPV Kombi-Optik.

Dazu passt auch, dass statt den bösen Fordrücklichtern, auf die guten Mazda Navajo Rücklichter gesetzt wurde. Die sind zwar genauso rot, haben aber als genialen Kunstgriff für den europäischen Markt, einfach ein kleines oranges Cellon statt des weissen Originals für die Rückfahrscheinwerfer bekommen. So ersparte man sich zumindest die teuren, orangen Birnchen für die orangen Blinker.

Im Innenraum gab's speziell für D (es gab auch andere Exportausführungen, deshalb "speziell für D") ein paar Leckerbissen:

- kein Tempomat
- kein höhenverstellbares Multifunktionslenkrad
- keine Memory-Sitze
- kein Hub/Glasdach
- keine Dachkonsole mit Kompass und Aussentemperaturanzeige
- kein automatisch abblendender Innenspiegel
- keine Coming-Home Funktion
- keine serienmäßige Funkfernbedienung mit automatisch einschaltender Innenbeleuchtung und Panik-Knopf
- kein JBL-Premium Soundsystem mit integriertem Subwoofer
- keine dunkel getönten hinteren Scheiben
- dafür ein Rändelrad für die erwähnte Scheinwerferhöhenverstellung
- eine extra grosse Lampe für die Warnblinkanlage
- eine Blende unterhalb des Lenkrads mit Aschenbecherabdeckung

Ich habe bei meinem Exportopfer gleich nach dem Kauf folgende Rückbauten vorgenommen:

Rücklichter auf Original
Scheinwerfer auf Original
Reifen auf Originaldimension
Aussenspiegel auf Original

Inzwischen habe ich auf XP2 Spiegel und XP2 Räder umgerüstet, was auch noch ein bisschen was bringt.
Zusätzlich hab' ich noch:
Dachkonsole mit Aussentemperaturanzeige und Kompass nachgerüstet
Premium-Soundsystem Lautsprecher (ohne Sub) nachgerüstet
Weisse Blinker nachgerüstet und vorderen Teil als Standlicht, seitlichen als Blinker umfunktioniert.
Weisse Seitenreflektoren nachgerüstet.
Mir gefällt's so besser. Natürlich gibt's auch Leute, denen die Expotrausführung besser gefällt. Ist halt alles Geschmackssache. :)
2 XP's: 1x '91 Eddie Bauer 4x4, 1x '94 Export, 1x '02 Excursion 6.8L V10 4x4
snelders67
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XP 2500 Doenrade.

Beitrag von snelders67 »

Hallo,

wenn bedarf besteht kann ich gerne für dich bei den Händler in NL anrufen! Ich meine wegen Holländisch und so!
Aber der XP steht in Doenrade ungefähr 30 km von Aachen und normalerweise sprechen die da sehr gut deutsch.
Es ist ein Landrover specialist der sehr sehr viele Autos nach D verkauft. Und sehr vertrauensvoll.

Rob
Matzel
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Beitrag von Matzel »

Wow, vielen vielen Dank für die ausführlichen Infos! Die haben ja massive Änderungen bzw. Einsparungen für den deutschen Markt vorgenommen.

Ich kenne das von unseren Firebirds, doch hier haben sie "nur" Spiegel, Frontscheinwerfer, Frontblinker getauscht und die dritte Bremsleuchte abgekemmt (erst seit 94 in D erlaubt).

Das aber Komfortfunktionen wie Tempomant, etc. für den deutschen Markt entfernt wurden, schockt mich fast ein wenig! :o

Ich denke wir werden auf jeden Fall ein US-Modell suchen. Ich häng direkt noch eine blöde Frage ran - ist ein Limit von 2500,- € realistisch für ein Modell der ersten Generation? Da wir eine Halle mit massig Werkzeug und viel Erfahrung mit Amis haben, scheue ich auch Arbeiten nicht - ich würde sowieso fast alles am Fahrzeug (Ausnahme: Getriebeschäden) selber reparieren. Bei unserem V8-Holzkombi durfte ich nach Kauf erstmal ein Ventil tauschen, aber es hat dennoch Spaß gemacht - und er war unschlagbar günstig... :)

Kommt der Explorer I eigentlich mit 15 l aus? Wir fahren im Schnitt zu 20 % Stadt (richtiger Stadtverkehr), 50 % Land und 30 % Autobahn (max. 130 km/h). Wir sind gemütliche Fahrer und planen, in naher Zukunft auf Autogas zu fahren. Mit Querlesen habe ich von 12 l bis 20 l jetzt alles gelesen... :)

@Rob:
Besten Dank für das Angebot! Ich werd mal mit Bianca sprechen ob der Wagen in Frage kommt. Rot ist eigentlich nicht unsere Farbe... ;) Grün und Leder wäre schön, aber ich sprech nochmal mit der Chefin... :D Wie sieht es eigentlich mit Importen aus den Niederlanden aus, fallen da nicht noch massive Kosten an für Brieferstellung, etc.?

Gruß und DANKE,

Marcel
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Wenn alles richtig eingestellt ist, keine unnötigen Veränderungen vorgenommen wurden, generell die Wartung passt und man eben auch artgerecht fährt, kommst du mit 15L im Durchschnitt gut hin.

Bei meinen 3 Patienten liegt der Verbrauch bei:
11.8L / 100km nur Überland/Autobahn
14.5L / 100km im täglichen Gebrauch (alles gemischt)
16.5L / 100km fast nur bis ausschließlich Stadt

Schade, dass du in D wohnst. Meinen grünen Limited würd' ich nämlich u.U. verkaufen... :roll:
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Matzel
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Beitrag von Matzel »

Ach, du wohnst in Kalifornien sehe ich gerade - sehr, sehr schön, da werden wir nächstes Jahr wohl (endlich) unseren Urlaub verbringen! :)

Mhhh, tja, entweder ziehen wir um oder du verschiffst ihn nach D... :D

Wie schwer ist der Explorer eigentlich? Kommt er über 2 Tonnen oder ist er noch knapp darunter? Ich les überall nur was von Größe, aber leider kein konkretes Gewicht.

Besten Dank,

Marcel
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Wenn ihr in der Nähe seid's könnt's ja gerne vorbeischauen . Ich mach auch gerne Führungen - nur bitte nimma in die Universal Studios - die pack' ich nach ungefär 20 Besuchen nicht mehr wirklich... :shock:

Der Limited steht übrigens in Wien vor'm Haus und hält den Verladeparkplatz frei. Verschiffen könnte ich den also nur am Rhein-Main-Donau Kanal :D
Aber ein Nachbar in LA hat exakt den gleichen Limited. Vielleicht verscherbelt der den ja nach eurem Umzug. Allerdings sind die 91-94er XP's in den USA teurer als die frühen XP2...

Das Eigengewicht des XP beträgt lt. Zulassungsschein: 1,850kg
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Matzel
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Beitrag von Matzel »

Juchuuu, dann sollte der ja in die Parkanlage meines Arbeitgebers passen:

Max. Länge: 5 m
Max. Breite ohne Spiegel: 1,90 m
Max. Höhe: 1,75 m (hoffe das kommt hin)
Max. Gewicht: 2000 kg

Anders hätte sich der Explorer wohl schon erledigt - denn Parkplätze in Kölle sind rar... :(

Ach der steht in Wien? Ja da würde ich auch hinfahren zur Not... :D

Was das besuchen angeht - klar, gerne! :) Wir wollen irgendwo in die Gegend um LA, haben uns aber noch keine genaue Route bzw. keinen genauen Ort überlegt.

Gruß und Danke,

Marcel
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Ja, das müsste sich ausgehen - da kann der Arbeitgeber nicht meckern :D

LA ist alleine schon viel Gegend. Bei Bedarf geb' ich natürlich gerne ein paar Empfehlungen ab. :wink:

Den Limited in Wien werd' ich voraussichtlich am Freitag noch zum Haus meiner Eltern stellen. Morgen kommt zwar ein Kaufinteressent aus einem anderen Forum, aber ich möchte den Kleinen ggf. nicht bis Weihnachten oder so auf der Strasse stehen lassen. Am Montag sitz' ich ja schon wieder im Flieger...
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Matzel
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Beitrag von Matzel »

Also wenn er nach morgen noch da ist, und du ihn wirklich loswerden willst, freuen wir uns immer über weitere Daten... :)

Danke für das Angebot der Empfehlungen - da kommen wir bestimmt drauf zurück! :)

Marcel
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