Erst IAC, dann PCM defekt ?

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Hence
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Erst IAC, dann PCM defekt ?

Beitrag von Hence »

Hallo Forum,
laaanger Text, ich hoffe, ihr habt Zeit...
ich hatte jetzt mal wieder Zeit, mich weiter um mein IAC – Problem zu kümmern. Seit ich den XP habe ( 10000 km ), spinnt die Leerlaufregelung. ( Startet mit 3000 rpm, fällt dann ab und pendelt im Sekundentakt gleichmässig zwischen 700 und 1200 rpm. Leichtes Antippen de Gaspedals bewirkt sofortigen Drehzahlanstieg auf 3000 rpm, 2 Sekunden hält er die Drehzahl, fällt dann wieder ab und pendelt. Fehler ( Forscan light und PC ) werden nicht abgelegt, alle Signalpegel, Baro – wert bzw. MAF – Pegel und beide Fuel – Trims unauffällig, Lambda – Werte ok, Falschluft würde ich ausschließen, mechanische Motorprobleme ebenso ) .
Da ich das Auto brauchte und ein neuer IAC keine Änderung bewirkte, habe ich den IAC elektrisch abgeklemmt und die Leerlaufdrehzahl mit der Drosselklappenanschlagschraube auf einen fahrbaren Wert eingestellt ( ich weiß, nicht gut – habe aber den alten TPS - Wert, so das ich die alte Einstellung, zumindest annähernd, wiederherstellen kann ). In diesem Zustand habe ich das Auto jetzt 10000 km gefahren, läuft gut, keine Probleme, außer der fehlenden Leerlaufregelung natürlich. Der fehlende IAC wird als Fehler erkannt, sonst keine Auffälligkeiten.

Nun habe ich mal getestet, ob eigentlich überhaupt im Betrieb die korrekte Spannung am IAC – Anschlusskabel anliegt. Das war der Fall ( dazu später mehr ). Zwischen Rot und weiss-blau lagen bei laufendem Motor 12,5 V an, eine Frequenz konnte ich aber mit dem Multimeter nicht messen ( Oszilloskop habe ich leider keins ) Dann habe ich den neuen IAC angeschlossen, um zu sehen, ob er angesteuert wird. Er klackte zwar, Forscan zeigte rund 50 % Pegel an, die Ventilplatte im IAC verhielt sich allerdings genauso wie bei stromlosem IAC, d.h. mehr oder weniger frei beweglich. Also anscheinend kein Massepegel vom PCM. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, das im IAC auch eine Diode verbaut ist. Also führte ich einen Test aus, von dem ich jetzt weiß, das er sehr dumm war – ich tauschte die Polarität am IAC. Das Resultat war, das der IAC klackte, und dann ein nicht näher lokalisierbares Geräusch wie eine durchbrennende Sicherung zu vernehmen war. Dann nichts mehr – sprich – statt nur keinen Massepegel vom PCM hatte ich nun gar keine Masse mehr. Recherchen im Internet verhalfen mir dann zu der Erkenntnis, das auch eine Diode im IAC ist. Mit meinem Verpolungstest habe ich also den Schalttransistor für den Massepegel im PCM voll mit 12 V bestromt, bzw. so voll, wie es eben durch die Diode in Flussrichtung durchging – die Diode im IAC hat das übrigens überstanden, der Transistor im PCM anscheinend nicht ( bzw. es hat ihm den Rest gegeben )

So, und jetzt bräuchte ich mal Hilfe von den Elektrik – Profis im Forum:

Nun habe ich also keine Masse mehr am weiss-blauen IAC – Kabel, dementsprechend auch keine Leerlaufspinnerei mehr, die Leerlaufregelung ist einfach „ tot „. Als Fehlermeldung bekomme ich nun „ IAC – shortened „ egal ob an- oder abgeklemmt, und zusätzlich EGR – Fehler ( P0401 ). Das interpretiere ich beides als PCM – Probleme, weil das Auto ansonsten läuft wie vorher mit abgeklemmtem IAC, keine weiteren Fehlermeldungen, keine auffälligen Sensorwerte.Das weiss – blaue Kabel hat Durchgang bis zum PCM – Stecker, ist auch stromdurchgängig ( getestet mit 18 W ), ein direkter Kurzschluss vom Kabel auf 12 V ist nicht feststellbar. Die 12 V vom roten Kabel sind ebenfalls mit 18 W belastbar, sollte also auch funktionieren. Was ich mich jetzt frage ist, ob der IAC - Schaltransistor im PCM nicht irgendwie weiter abgesichert ist, weil so wohl bei jedem Kurzschluss in der Peripherie das PCM hinüber sein müsste, was sich nicht damit deckt, das diese laut aller Foren nur sehr selten kaputt gehen. Ähnliche Fehlerzustände ( Kurzschlüsse, intern oder in der Zuleitung ) können ja auch bei fast allen anderen Aktoren auftreten und müssten dann häufig das PCM zerstören.

Weitere Tests haben dann ergeben, das die interne Diode im alten IAC im offenen Zustand durchgebrannt ist. ( mein Prüfverfahren sah folgendermaßen aus: Der abgeklemmte IAC wird mit dem Pluspol mit Batterie Plus verbunden; als Minusleiter dient ein Kabel, in dem, in Reihe, eine Glühlampe ( meine war eine 12V18W Sofitte ) eingebaut ist. Verbindet man das freie Ende nun mit Batterie Minus, hört man die Magnetspule klacken, und die Glühlampe glimmt ( Stromfluss durch die IAC – Spule ). Wechselt man nun die Polarität am IAC, klackt die Magnetspule auch, die Glühlampe leuchtet aber hell auf, weil der Stromfluss nun durch die Diode geht. So verhält sich der neue IAC; der Alte leider nicht. Dort glimmt die Lampe in beiden Stromrichtungen ( die Spule klackt in beiden Richtungen ). Die Diode schaltet also nicht durch. Mit einem Multimeter ist das nicht feststellbar; die Widerstandswerte passen bei beiden IAC, und die interne Diode wird, aufgrund der parallelen Spule,nicht als Diode erkannt. Ich habe das mit 3 Multimetern mit Diodentest ausprobiert – der neue und der alte IAC sind dann absolut identisch.

Jetzt der eigentliche Knackpunkt: Die Diode hat nach meinen Recherchen den Zweck, Spannungsspitzen durch Selbstinduktion vom Schalttransistor im PCM fernzuhalten, da dieser dadurch zerstört werden kann. Denkt ihr auch, das die defekte Diode den PCM geschädigt hat, so das die Leerlaufregelung nicht mehr funktionierte ? Das der PCM jetzt, nach meiner Verpolungsaktion, defekt ist, davon gehe ich erstmal aus, lasse mich aber natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn jemand genaueres weiß...
Einen passenden PCM ( F67F-12A650-KA LID0 ), hätte ich bei Ebay schon gefunden, kann jemand bestätigen, das „ LID0 „ der Software – stand des PCM ist, dieser also „plug and play“ austauschbar ist. PATS hat mein 96er ja noch nicht, daher sollte es also keine Probleme geben. Die originale Bosch – Wegfahrsperre sollte ja meines Wissens nach keine engere Verbindung mit dem PCM haben, sondern als vom PCM unabhängiges System arbeiten, das eben den Strom einschaltet oder nicht. Desweiteren hätte ich gerne gewusst, ob meine VIN im neuen PCM abgelegt werden muss, damit das Auto läuft ? Ob also ein „ pairing „ mit anderen verbauten Steuergeräten erforderlich ist, oder ob dann einfach nur beim Auslesen eine falsche VIN angezeigt wird, wenn ich das PCM „so wie es ist“ einbaue ? Außerdem wüsste ich gerne, ob jemand Erfahrung mit der PCM – Programmierung mittels Forscan hat. Funzt das, wie auf der Forscan - Seite beschrieben, mit der passenden „ asbuild „ Datei von der Motorcraft - Seite den Softwarestand bei Auslieferung des Fahrzeuges wiederherzustellen ? Die ab. - Datei für meine VIN ist nur 496 bytes gross – kann das sein ? Fallstricke bei der Programmierung ? Ist es vielleicht sogar möglich, die Updates mit Forscan aufzuspielen, und wenn ja, woher die Updates kriegen?

So, das ist ein ganz schöner Roman geworden, hoffentlich kann ( und will ) da jemand was zu schreiben. Wünsche jedenfalls Frohe Weihnachten und guten Rutsch, viele Grüße,
Olli
.
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Hence
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Beitrag von Hence »

Hmh, keiner... ?
ok, ich frage mal anders: schon mal jemand bei einem 96er XP2 das PCM getauscht ? Kann man das einfach einbauen und es funktioniert oder muss es mit anderen Steuergeräten " verheiratet " werden ? Gruß,
Olli
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Danger
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Beitrag von Danger »

Über die Feiertage sind bestimmt viele offline gewesen.
Wart einfach nochmal ne Weile, dann werden dich die erfahrenen Experten schon melden.
Vermute das, wenn an nem ordentlichen Tester angeschlossen, man bestimmt den Fehler lokalisieren kann.
Ich kann da leider nicht helfen, bei Elektrik hab ich den Hallennachbarn der sowas gelernt hat und hilft.
Hoffe du findest den Fehler.....
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Beitrag von anncarina »

Das müsste einfach zu tauschen sein. Ein Pairing gibt es nicht so das auch das ohne Probleme gehen müsste.
Mit dem Forscan kann man ggf. das iac anfahren und schrittweise öffnen.
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Hence
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Beitrag von Hence »

Super, Danke, das hilft mir erstmal weiter. Sobald ich Zeit habe tausche ich das PCM und teste, ob ich dann wieder eine IAC - Ansteuerung habe. Gruß,
Olli
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Beitrag von anncarina »

Viel Erfolg
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