Um ótimo dia do Brasil

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raceman
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Um ótimo dia do Brasil

Beitrag von raceman »

Liebe Explorer-Fans aus Deutschland,

ich lebe seit einigen Jahren in Brasilien, wo ich für eine französisch-schweizer Firma arbeite. Ich habe vor hier zu bleiben, da meine Frau ebenfalls von hier stammt. Seit einiger Zeit kreist der Gedanke in meinem Kopf, mir einen Explorer zu kaufen. Hier in Brasilien gibt es relativ viele davon, speziell in Sao Paulo, speziell Baujahre 1993 bis 2001. Etwa 20% sind V8 5.0 (218PS), der Rest sind V6 4.0 (162 PS), überwiegend mit Allrad und Automatik. Neulich hatte ich das Vergnügen einen 4.0 mit Allrad und Automatik fahren zu dürfen, allerdings empfand ich die Fahrleistungen als nicht befriedigend. Das Getriebe schaltete zwar weich, aber nur unwillig herunter (Unterdruckdose?) und der Kickdown funktionierte überhaupt nicht. Prinzipiell sind die Explorer zwar robust, aber Brasilianer kriegen erstens alles kaputt und wissen zweitens anschließend nicht, wie sie es wieder heil kriegen. :shock:
Ersatzteile sind zudem sehr teuer und auch noch schwer erhältlich. Und dann noch der Verbrauch...Ok, ich will den Wagen aber trotzdem. Ich bringe zwar ein gutes technisches Grundwissen auch über Automobile mit, aber von den Explorer-Details habe ich (noch) keine Ahnung. Ich beabsichtige den Kauf eines Modell 1998 (4.0) bzw. 1998-2001 (5.0).
Aus diesem Grunde würde ich gern um Eure Mithilfe bitten. Meine Zweifel und Fragen bestehen in den folgenden:

- Welcher Motor ist empfehlenswerter, speziell hinsichtlich Langlebigkeit? Da der V6 auch im national gebauten Ranger verbaut wird, ist dessen Wartung bzw. Instandsetzung deutlich günstiger.

- Ist der Betrieb mit Erdgas empfehlenswert, oder verschleißt die Maschine überproportional stark?

- Sind die Automatikgetriebe standfest? Oder sollte ich beim 4.0 lieber zum Handschalter greifen?

- Sind zwischen 1997 und 2001 bedeutende Schritte in der Modellpflege gemacht worden, sowohl beim 4.0 als auch beim 5.0 (außer optische Retuschen, die ich kenne). Ist es z.B. empfehlenswerter, einen 2001er 5.0
zu kaufen als einen 1998er, abgesehen vom geringeren Alter?

- Was macht beim Allradantrieb in der Regel den meisten Ärger?


Das solls erst mal sein. Ich danke Euch schon an dieser Stelle für Eure Antworten und hoffe, bald ein "echtes" Mitglied bei Euch zu werden, auch wenn ich nicht gerade um die Ecke wohne. Sollte Ihr noch weitere Tips und Empfehlungen haben, dann bitte raus damit.

Tudo de bom
Steffen

P.S.: Wenn jemand Infos zu Brasilien braucht, dann keine Scheu. Bin schon viel gereist und habe auch eines Tages vor, Individual-Reisen (vielleicht in einem Explorer?) anzubieten. Ferner habe ich ein Buch über das Auswandern nach Brasilien geschrieben.
Falk

Beitrag von Falk »

Hach ja ....... Brasilien ........ :roll:

"Herzlich Willkommen"

Ich nehme an, die Situation dort ist so ähnlich wie bei uns. Es fahren doch ´ne gewisse Menge Explorer rum, aber wenn´s an die Innereien geht, muss man schon suchen, nach einem der sich damit auskennt.
Vielleicht mal bei Gelegenheit in deiner Nähe den einen oder anderen Ford-Dealer bzw. dessen Werkstattmeister ? (gibt es sowas dort ?) auf den Zahn fühlen was der vom Explorer versteht.

Wenn der Schwerpunkt auf Zuverlässigkeit liegt, wäre ja ein 5.0 mit Handschaltung das nonplusultra.
Keine Steuerkettenprobleme und ein Automatikgetriebe kann auch nicht abrauchen ..... 8)
Gibt es aber m.W. leider nicht :( .... oder ?

Also käme dem ein 4.0 mit Handschalter am nächsten.
Eventuell nach einem OHV schauen ? Ich finde den Motor weitaus robuster als den SOHC. Und den OHV gab es ja in den USA auch bis kurz vor Explorer II-Ende. Kenne nur das Lieferprogramm in Brasilien nicht.

Wirklich gravierende technische Unterschiede sind mir über die Explorer II Baureihe(n) eigendlich nicht bekannt.
Die Motoren/Getriebe etc. sind da keinen großen Änderungen unterworfen worden.

Ansonsten kommt es sicher auch sehr stark auf den jeweiligen Einsatzzweck an.
Soll der richtig dreckig arbeiten, lange und schwere Wege zurücklegen, dann doch eher das robuste gewählt.
Als Familienkutsche und Einkaufsauto taugt der 4.0 SOHC Automatik (ggf.2WD) allemal.


Eine Unterdruckdose für die Getriebesteuerung war nur Bestandteil der alten Explorer I Baureihe.
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Das 4R70W Getriebe vom 5.0L V8 gilt als weitestegehend unkaputtbar. Ein 5.0L mit Schaltgetriebe wäre daher ein unnötiges Martyrium. Natürlich gehört auch das 4R70W gewartet - also ein ÖL- und Filterwechsel wäre zur Sicherheit kein Fehler.

Zwischen 1998 und 2001 gab es motorisch keine Änderungen.

Ich habe selbst einen 98er 5.0L V8 und bin sehr zufrieden damit. Der Spritverbrauch hängt sicher extrem von der Fahrweise und der Wartung ab. Mit dem V8 verbrauche ich kaum messbar mehr als mit meinen 91er und 94er V6. Allerdings reizt der V8 schon auch, immer wieder einmal ein bisschen "zügiger" zu fahren ;)

Der grösste Vorteil vom V8 ist, dass die - wenn mit Allrad - dann mit permanentem Allrad kommen und irgendwelche Stellmotore, Radrehzahlsensoren, etc. erst gar nicht herumspinnen können. Im Prinzip fährt sich so ein MOdell wie ein Quattro. WEnn man dann noch - so wie ich zuerst - extra harte Dämpfer drin hat, kommt schon fast Sportwagenfeeling auf. Ich hab' jetzt weichere Dämpfer drin, denn ich will ja Truckfeeling haben :)

10-15% Ethanol muss der MOtor auch hier in Kalifornien täglich aushalten. Soweit ich weiss, ist Ethanol aus Zucherrohrproduktion ja in Brasilien ziemlich angesagt. Von Gas rate ich kategorisch ab, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Ich les' nur viel zu oft von vielen investierten Tausendern, vielen Problemen und keiner Amortisation weil die Fahrzeuge dann viel zu rasch wieder verkauft werden - gerne dann auch mit nicht einwandfrei funktionierender Anlage und entsprechendem Wertverlust.

Wir liefern übrigens auch nach Brasilien ;)
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Alterspinner

Beitrag von Alterspinner »

homerbundy hat geschrieben:Das 4R70W Getriebe vom 5.0L V8 gilt als weitestegehend unkaputtbar. Ein 5.0L mit Schaltgetriebe wäre daher ein unnötiges Martyrium. Natürlich gehört auch das 4R70W gewartet - also ein ÖL- und Filterwechsel wäre zur Sicherheit kein Fehler.
im prinzip ist ein AutoGetriebe im Glände doch eher von vorteil finde ich ...
wobei ich mir mein 5.0 Mustang mit Auto nicht vorstellen kann
raceman
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Beitrag von raceman »

Erst mal vielen Dank für Eure schnellen Antworten. In der Tat gibt es keinen V8 als Handschalter, passt auch irgendwie nicht zusammen. Als ob Du, Falk, es geahnt hättest, war ich heute tatsächlich in der örtlichen Ford-Zentrale (Baurú ist mit rd. 400.000 Einwohnern schon eine recht große Stadt) und habe dem Werkstattmeister ein paar Löcher in den Bauch gefragt. Er meint 4.0 mit Automatik geht i.O., da in Brasilien keine schweren Lasten gezogen werden (ist eher ein Familienauto). Wenn die Wartung, also im Prinzip Fluidwechsel, immer vernünftig gemacht wurde, soll das Getriebe genauso robust sein wie die Handschaltung. Glaub ich zwar nicht so ganz, aber gut. Jedenfalls stimmt es, dass hier keine schweren Lasten gezogen werden, Autobahntempo ist max. 120 km/h und fürs schwere Gelände wird so ein Wagen hier auch nicht benutzt. Dafür nimmt man Landcruiser, Defender & Co. Die meisten angebotenen Fahrzeuge werden zu 90% im Stadtverkehr von Sao Paulo benutzt, der Teufel weiß was dass soll. Auch ich habe nicht vor den Wagen in schwerem Gelände einzusetzen.
Da ich auf Automatik stehe, werde ich wohl eher einem solchen Modell den Vorzug geben, falls es ein 4.0 werden soll. In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, wo der 4.0-Motor eigentlich montiert wurde. In Deutschland? Ist ja eine deutsche Entwicklung. Wurden die Motoren dann nach USA geliefert, dort eingebaut und kamen dann wieder mit Karosse zurück? Wären die bras. Modelle (hier gibts den SOHC nicht, sondern nur den OHV) dann auch mit dt. Motoren ausgerüstet? Muss wohl so sein.
In Brasilien wird dem Benzin ca. 25% Bio-Ethanol beigemischt, insofern sind die Motoren hierauf abgestimmt. Man kann die Motoren auch auf reinen Alkoholbetrieb umrüsten lassen, was aber ungünstig ist, da in einigen Gegenden (z.B. Tocantins, Pará) Alkohol an den Tankstellen öfters ausgeht. Einige Motoren (abhängig von der Motorsteuerung) lassen sich mit etwas größerem Aufwand auch auf Full-Flex (oder auch Fuel-Flex) umstellen, also mit einem beliebigen Verhältnis Benzin/Alkohol betreiben. Ob das für den Explorer geht, muss ich noch rauskriegen.
Problematisch ist die Ersatzteil-Versorgung und Werkstätten-Kompetenz, speziell beim seltenen 5.0. Ein paar Bremsbeläge kosten 500 Real ohne Einbau, also knapp 200 Euro. Dürfte in Deutschland zwar auch nicht viel weniger sein, aber das Durchschnittseinkommen ist dort auch wesentlich höher. In diesem Zusammenhang danke für Deine Info bzgl. Lieferung von Spare parts nach Brasilien, Homerbundy (ich bin übrigens Fan von den beiden).
Erdgasbetrieb geht hier aufgrund der Temperaturen sehr gut, gibt eigentlic h bis auf erhöhten Wartungsaufwand keine Probleme (Aussage der Leute hier). Nachteilig sind das hohe Gewicht der Gaszylinder, was beim Explorer aber nicht so ins Gewicht fällt.

Noch mal 2 Fragen zu Euren Antworten:

1) Falk: bis wann wurde die erste Serie (mit Unterdruckdose) gebaut? Das von mir gefahrene Modell war ein 97er. Wie funktioniert die Getriebesteuerung bei den neueren Modellen, elektronisch/elekrisch?

2) Homerbundy: ist das 4R70W-Getriebe bereits in den 98er-Modellen vom 5.0 verbaut? Und: wie sieht es mit Elektronikproblemen beim Explorer aus, speziell Motor-Management?

So, bevor ich hier ein zweites Buch schreibe, danke ich Euch nochmals herzlich und grüße Euch aus dem momentan etwas frischen Sao Paulo (15 Grad Abendtemperatur)

Abracos
Steffen
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homerbundy
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Beitrag von homerbundy »

Ja, das 4R70W ist sogar schon ab 96 beim 5.0L V8 drin.

Elektronikprobleme gibt's keine auffälligen. Wenn einmal die MIL (Check Engine Lampe) angeht, dann meistens nur, weil die Lamdasonden schon am Ende sind. Die sollten alle 80,000km gewechselt werden.

Probleme wie die berüchtigten Steuerketten und verrottenden Einlasskrümmerdichtungen vom V6 SOHC gibt's beim V8 nicht.

Hier wird der XP natürlich auch nicht für's Ziehen schwerer Lasten hergerissen. Scheint eine rein europäische Eigenart zu sein... :roll:

Ich hab' im Prinzip nichts gegen Gasbetrieb - es gab in den letzten 30 Jahren immer wieder auch MOdelle, die gleich vom Hersteller aus für Gasbetrieb ausgerüstet waren - allerdings hauptsächlich CHevy's und Dodge's. Man muss halt beim nachträglichen Einbau extrem genau kalkulieren und auch ein bisschen Glück mit dem Umrüster haben. Sonst spart man gleich gar nichts, sondern zahlt höchstens noch drauf. Ein 10 Jahre oder mehr altes Auto noch umzurüsten, ist sowieso eine Aktion von fragwürdiger Sinnhaftigkeit. Aber das muss jeder selber wissen.

Ersatzteile sind jedenfalls kein Problem. Du muss aber 14 Tage Versandzeit für Brasilien einrechnen.
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Alterspinner

Beitrag von Alterspinner »

der SOHC und OHV wurde beide in Köln gebaut...

verschifft und als gesamtpacket Auto ist er zurück gekommen...
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