Der Doomsday- und Redneck-Faktor bei Ford-Autos

...aber legal und anständig ist!
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AlexBenesch
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Der Doomsday- und Redneck-Faktor bei Ford-Autos

Beitrag von AlexBenesch »

Fords haben ja trotz mancher Aussetzer, die es bei anderen Herstellern genauso und schlimmer gibt, einen Ruf der Robustheit und Langlebigkeit.

In den USA fahren teils uralte F-Trucks und Broncos noch herum, teils gepflegt wie ein Baby, teils runtergeritten, aber immer noch zuverlässig.

Je neuer die Fahrzeuge, umso mehr Elektronik ist natürlich drin und gerade bei den Explorern fiel irgendwann die klassische Rahmen-Bauweise mit Starrachse weg.

Wie bewertet ihr den "Redneck- und Doomsday-Faktor" unterschiedlicher Ford-Fahrzeuge? Ist das für euch ein Kriterium?

Mir gefällt die Kombo der Edelbomber-SUVs und Trucks mit V8, die auch gleichzeitig richtige Zugmaschinen sind. Allerdings muss ein Auto nicht "connected" sein und für Eco-Boost habe ich wenig Begeisterung.
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ius
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Re: Der Doomsday- und Redneck-Faktor bei Ford-Autos

Beitrag von ius »

AlexBenesch hat geschrieben:Fords haben ja trotz mancher Aussetzer, die es bei anderen Herstellern genauso und schlimmer gibt, einen Ruf der Robustheit und Langlebigkeit.
Das ist wahnsinnig stark davon abhängig, wo/wie man automäßig
unterwegs sein möchte. Für einen Explorer gibt es irre viele gute
oder weniger gute Gründe, und hier gibt es eine Menge Leute mit völlig
konträrem automobilem Selbstverständnis - aber mit dem gleichen
Fahrzeug.

Als Beispiel greife ich mal ganz weit zurück - mein Vater fuhr grosse
alte Opels, so lange Opel grosse Autos baute. Danach stieg er auf
gut motorisierte Mercedes(se) um. Seine Meinung zu Ford war,
"Ford hat unter den Konfektionsmarken immer am wenigsten zu bieten."
Das lag aber daran, dass sein Maßstab, was Autos anging, eben nicht
der Konfektionswagen war, sondern der Rolls-Royce aus Einzelanfertigung.
Und ein Konfektionshersteller war für ihn daher nur
dazu legitimiert, dem Standard von Rolls-Royce zum bezahlbaren
Preis so nahe wie möglich zu kommen.
Aus dieser Sicht war ein europäischer Ford bis weit in die 90er ein
Anti-Auto. Ami-Fords haben ja quasi gar keine Rolle gespielt.

Insofern haben sie diesen Ruf vielleicht schon länger in den Staaten,
aber hier frühestens seit der mittlerweile schon wieder beendeten
Zusammenarbeit mit Mazda. Seit den späten 80ern, frühen 90ern
haben hier ja die Japaner die Maßstäbe für Langlebigkeit definiert,
nicht Ford. Selbst meine extrem sicherheitsbewußte Mutter ist in dieser
Zeit von Volvo auf Mazda umgestiegen. Nach 10 Jahren haben wir
ihren 323 bekommen. Der war wie ein Neuwagen. Nur leider VIEL zu
klein für 4-5 Leute. Damit sind dann meine Nachbarn nochmal doppelt
so viele Kilometer rumgegurkt, jeden Tag in der Stadt und immer schön
3x im Jahr nach Frankreich und zurück.
AlexBenesch hat geschrieben: In den USA fahren teils uralte F-Trucks und Broncos noch herum, teils gepflegt wie ein Baby, teils runtergeritten, aber immer noch zuverlässig.

Je neuer die Fahrzeuge, umso mehr Elektronik ist natürlich drin und gerade bei den Explorern fiel irgendwann die klassische Rahmen-Bauweise mit Starrachse weg.

Wie bewertet ihr den "Redneck- und Doomsday-Faktor" unterschiedlicher Ford-Fahrzeuge? Ist das für euch ein Kriterium?
Für mich - nicht wirklich.
Ich mag gerne ein schickes großes sicheres Auto, das nicht so
viel kostet, etwas Lärm macht, wintertauglich ist und mir
das Schalten abnimmt. Im Schnee 20cm hohe Bordsteine seitwärts
hochzukommen ist mit Allrad viel schöner. Und ich mag gern Chromglanz.
Ein älterer oder neuerer Mustang, Charger, Suburban, ääh... you-name-it,
ist auch schick. Aber keiner von denen kann all das, was der Explorer kann, und das geht damit los, dass ich damit durch die Einfahrt zum Hof
kommen muss.
AlexBenesch hat geschrieben: Mir gefällt die Kombo der Edelbomber-SUVs und Trucks mit V8, die auch gleichzeitig richtige Zugmaschinen sind. Allerdings muss ein Auto nicht "connected" sein und für Eco-Boost habe ich wenig Begeisterung.
Ja. Wobei ich einen Escalade dann doch zu tuntig finde
(huch, sagt man das heute noch so? ;-)) und auch keine
Zugmaschine brauche. Einen LTD Kombi mit Allrad und auf dem
technischen Stand des Explorers gibt's eben nicht.
Und V8 darf, aber muss nicht. Vielleicht in der Midlife Crisis. :-D
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AlexBenesch
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Beitrag von AlexBenesch »

Mir gefällt die Vorstellung, wie in den USA billig ausgezeichnete Trucks und SUVs und Muscle Cars kaufen und zulassen zu können.

Fords finde ich schlichtweg die schönsten Fahrzeuge und man hat bewusst einen "Cowboy im Anzug"-Look geschaffen.

Mir gefällt auch die Vorstellung, dass ein solches Fahrzeug bei angemessener Pflege Jahrzehnte einsatzbereit sein kann.

Gerade die F-Serie gilt ja in den USA als das Fahrzeug des Südens und kombiniert Redneck-Funktionalität und Prepper-Tauglichkeit mit modernen Gadgets.

Für mich sind das alles entscheidende Faktoren.
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ius
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Beitrag von ius »

AlexBenesch hat geschrieben:Mir gefällt die Vorstellung, wie in den USA billig ausgezeichnete Trucks und SUVs und Muscle Cars kaufen und zulassen zu können.

Fords finde ich schlichtweg die schönsten Fahrzeuge und man hat bewusst einen "Cowboy im Anzug"-Look geschaffen.

Mir gefällt auch die Vorstellung, dass ein solches Fahrzeug bei angemessener Pflege Jahrzehnte einsatzbereit sein kann.

Gerade die F-Serie gilt ja in den USA als das Fahrzeug des Südens und kombiniert Redneck-Funktionalität und Prepper-Tauglichkeit mit modernen Gadgets.

Für mich sind das alles entscheidende Faktoren.
Kann ich gut nachvollziehen!
Allerdings gibt es eben doch Schwierigkeiten, das auf Deutschland zu übertragen.
Das faengt mit der Steuer an, die ab EZ2009 grosse PKW mit angemessenen Motoren
obszoen teuer macht, geht weiter mit Schwierigkeiten, eine angemessene Abgaseinstufung zu bekommen,
hoert nicht auf damit, dass die Technik immer komplizierter wird und z.T. weder
die Fordler noch die Ami-Spezialisten Hand anlegen moegen, dass der Sprit teuer ist,
dass die Hersteller fuers Ueberschreiten der Flottenverbrauchsrichtlinien viel Geld
abfuehren muessen, das sie sich natuerlich vom Kunden beim Kauf wiedergeben
lassen, und muendet am Ende fuer mich darin, dass die Dinger einfach zu breit
fuer manche Einfahrten sind.

Die Vorstellung, so ein Fahrzeug wuerde ein extrem hohes Mass an Autarkie ermoeglichen,
glaube ich, ist eine Illusion. An allen modernen Fahrzeugen sind notwendige Teile
verbaut, die man nicht alleine warten kann. Und wie gut Autos ohne Wartung
funktionieren, kann man hier quasi woechentlich nachlesen.
Bleibt nur, ein Zweitfahrzeug einzulagern und nicht zu benutzen.
Und Treibstoff.
Und frische Betriebsstoffe.
Das alles koennen sich viele nicht leisten.
Da hilft nur ein alter Diesellaster, in dem man notfalls die letzte Heizoellieferung verfahren
kann. Moderne Autos mit diesen Faehigkeiten werden neu nicht mehr zugelassen.

Aber sicher profitieren manche Hersteller und gewiss noch mehr manche
Gebrauchtwagenhaendler von diesem Image...
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AlexBenesch
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Beitrag von AlexBenesch »

Wenn man wie in den USA Trucks in brauchbarem Zustand ab 1000$ aufwärts bekommt und Muscle Cars auch billig kaufen kann, dann ist das nicht nur wundervoll, sondern hat auch etwas mit Freiheit zu tun, gerade für ganz junge Leute.

Bei einem der letzten Superbowls gab es doch einen Werbespot von Chevy oder so, wo ein postapokalyptisches Szenario gab und eine Gruppe an Freunden trauerte, weil es einer von ihnen nicht geschafft hat, da er einen Truck von einem anderen Hersteller fuhr. In Amerika mit den Wintereinbrüchen, Hurrikans usw. hat der Doomsday-Faktor schon ein bestimmtes Gewicht.
Hier ist der Spot:
https://youtu.be/yvGIMZmI50s
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ius
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Beitrag von ius »

AlexBenesch hat geschrieben:Wenn man wie in den USA Trucks in brauchbarem Zustand ab 1000$ aufwärts bekommt und Muscle Cars auch billig kaufen kann, dann ist das nicht nur wundervoll, sondern hat auch etwas mit Freiheit zu tun, gerade für ganz junge Leute.
Das ist schon toll!
Aber, wenn ich da, weil ich zuwenig getrunken habe, umkippe, und wenn ich
wieder aufwache, der Klinik eine Rechnung im Gegenwert von 30 der preiswerten
Autos bezahlen darf, relativiert sich die Freude etwas! :lol:
Keine Spinne uebrigens, sondern einem Bekannten exakt so passiert.
Nur gut, dass er hier eine Auslands-Krankenversicherung abgeschlossen hatte.

Es ist also nicht unbedingt das Paradies, sondern u.A. eine Folge anderer
massiver hinzunehmender oder zu versichernder Risiken wie Jobverlust, einhergehend
mit der Inkaufnahme von Umzuegen, Rechtsstreitigkeiten wegen Bagatellen, unversorgten
Junkies, denen drei $$$ wichtiger ist als ein Leben, oder Idioten, die Schusswaffen nicht
sicher aufbewahren, weil der Umgang damit Privatsache ist.

Echte Freiheit, also auch die der anderen, ist eben nix fuer jeden.

Und wie immer sieht da fuer jeden die Prioritaetensetzung und damit auch die
Jahresbilanz sehr unterschiedlich aus. Fuer beides habe ich Beispiele -
Deutsche, die froh waren, ausgewandert zu sein, wie auch Amerikaner, die sich hier
sicherer und besser versorgt fuehlen.

So, also, wann kommt die wechselseitige unbeschraenkte Visa- und
Niederlassungsfreiheit? :mrgreen:
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