USA / Death Valley - Reisebericht von Bernd Kucera

Erfahrungsaustausch rund ums Verreisen mit dem Ford Explorer
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Falk

USA / Death Valley - Reisebericht von Bernd Kucera

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Reisebericht von Bernd Kucera "Homerbundy"

- Death Valley 2004 - (War Springs Canyon, Mengel Pass, Goler Wash)


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Das Death Valley (Tal des Todes) bietet eine Vielzahl atemberaubender Offroad-Strecken. Ich selbst bin seit 1997 jedes Jahr mehrmals dort und habe bestenfalls 70% aller Trails erkundet. Allerdings sorgen Flashfloods (plötzlich auftretende Sturzfluten) und andere Witterungseinflüsse immer wieder für große Veränderungen und Strecken die ich schon mehrfach befahren habe, können sich schon Tage später in völlig veränderter Form und Verlauf präsentieren.

Eine der mit einem serienmäßigen Explorer noch befahrbaren Strecken ist jene durch den Warm Springs Canyon, über den Mengel Pass und durch den Goler Wash. Heuer fuhr ich diese Strecke zum vierten Mal und ich bin sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird.

Das Death Valley befindet sich zur Gänze im gleichnamigen Nationalpark, welcher vom National Park Service betreut wird. Auch die Offroad-Trails werden in mehr oder weniger regelmässigen Intervallen von Rangern in Geländewagen (meist Ford Expedition) abgefahren, um ggf. liegengebliebenen Offroadern zu Hilfe zu kommen. Wie auch in den Alpen bringen sich „Halbschuhtouristen“ mit ungenügender Ausrüstung und mangelhafter Vorbereitung oft in größte Lebensgefahr. Mehrere Todesfälle pro Jahr belegen dies in tragischer Weise.

Daher ist es überaus ratsam, sich für solche Touren einem ortskundigen und erfahrenen Führer, sowie einer entsprechenden Gruppe anzuschliessen. Ein liegengebliebenes Fahrzeug bedeutet für den einsamen Offroader in dieser Umgebung ein unkalkulierbares Risiko. Entfernungen von ein- bis zwei Tagesmärschen, Temperaturen die im Sommer über 50 Grad Celsius erreichen, eine Luftfeuchtigkeit unter 10% und zahl- sowie artenreiches Getier, das einem Menschen nicht immer wohlgesonnen ist, können einen fröhlichen Wüstentrip rasch zu einem fatalen Ende führen.

Daher habe ich mich heuer, obwohl ich mich durchaus als ortskundig und erfahren bezeichnen würde und auch die entsprechende Ausrüstung dabei hatte, einer Gruppe von George Verbrick angeschlossen. George kenne ich selbst seit Jahren und uns verbindet eine persönliche Freundschaft, sowie eine grosse Leidenschaft für die Wüste und ihre Natur.

Da ich heuer leider etwas weniger Zeit als sonst hatte nahm ich dankend George’s Angebot an, für nur zwei Tage an einer seiner Touren teilzunehmen und mich dafür als Versorgungsfahrer zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe war sehr reizvoll, da ich somit zu festgelegten Zeiten an festgelegten Orten sein musste, um die Gruppe mit Nachschub zu versorgen.

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Der erste Tag:

Am Morgen des ersten Tags trafen wir uns bei den Ruinen der Ashford Mills am südlichen Andes des Death Valley. Nach einer allgemeinen Begrüssung ging es durch das nahezu ausgetrocknete Bett des Amargosa Rivers hinauf in den Warm Springs Canyon. Diese Strecke erfordert noch nicht viel fahrerisches Geschick. Es handelt sich dabei um eine bis in die 60er in Gebrauch befindliche Schotterstrasse, die sich noch immer in recht gutem Zustand befindet. Der gute Zustand der Strasse verleitet allerdings gerne zu einem höheren Tempo und darin liegt die Gefahr. Die Steine sind vulkanischen Ursprungs und sehr scharfkantig. Ein Moment der Unachtsamkeit kann sofort oder einige Meilen später zu einem ireparablen Reifenschaden führen, der ggf. die ganze Gruppe aufhält.

Einige Washouts (von Sturzfluten verursachte Auswaschungen) sorgten allerdings dafür, dass die Gruppe nur in gemächlichem Tempo die Westseite des Death Valley erklomm. Unmittelbar nach der Einfahrt in den Warm Springs Canyon sind bereits Spuren der Bergbautätigkeit zu sehen. Neben grossen Hügeln mit Aushubmaterial liegen verrostete Teile von Maschinen und allerlei Ausrüstung. Sogar eine alte Shell-Zapfsäule hat hier die Jahre überdauert.

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Nach einigen Meilen erreichten wir das alte Minencamp. Es ist noch immer in bewohnbarem Zustand und bietet auch im Sommer Schutz und Zuflucht vor der grossen Hitze. Jetzt im Winter waren wir dankbar dafür, dass sich der alte Kamin in einem der Aufenthaltsräume noch in gebrauchsfähigem Zustand befand. Ein warmes Feuer sorgte binnen Minuten für eine sehr schöne Atmosphäre und der Proviant aus meinem Wagen wurde von den Gruppenmitgliedern gemütlich verzehrt.

Während die Gruppe noch für etwa eine Stunde im Camp blieb fuhr ich den Canyon hinunter in’s Tal und holte in Furnace Creek die Mittagsrationen ab. Da es bislang noch keine Defekte oder Reifenpannen gab’ und auch das Funkgerät während der Fahrt ruhig blieb, lud ich lediglich Nahrungsmittel und Getränke nach und fuhr wieder hinauf in den Canyon.

Die Gruppe hat das Camp erwartungsgemäss bereits verlassen und über Funk erfuhr ich, dass sie bereits am Westrand des Striped Butte Valleys und kurz vor dem Mengel Pass waren. Wir vereinbarten, uns dort wieder zu treffen. Also verfolgte ich die Spuren der Gruppe durch das Striped Butte Valley. Zunächst bleibt die Strecke sehr steinig, doch etwa auf halbem weg durch das Striped Butte Valley wird der Trail sandig und erlaubt eine wesentlich höhere Geschwindigkeit.

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Wegen zahlreicher, tiefer Washouts blieb ich dennoch etwa 20 Minuten hinter der geplanten Zeit. Allerdings hatten genau diese Washouts auch schon zuvor die Gruppe etwas aufgehalten und so war ich quasi dennoch pünktlich. Alle freuten sich über das frische Essen und stärkten sich damit für die Herausforderungen, die der Mengel-Pass uns bieten würde.

Der Mengel Pass liess auch heuer wieder mit einigen Überraschungen aufwarten. Manchmal ist er recht leicht zu befahren. In manchen Jahren jedoch. Hat er schon für stundenlange Verzögerungen gesorgt. Heuer war es nicht extrem, dennoch aber nicht ganz einfach. Obwohl fast alle Fahrzeuge in unserer Gruppe hervorragend für deratriges Terrain geeignet waren (H2, Jeep CJ5, CJ7, Comanche, Bronco, etc.) mussten wir Schaufeln und Arbeitshandschuhe auspacken. Der Pass geht über vier kleine Hügel und die Anstiege zu den Höhen erforderten jedesmal etwas Strassenbau. Teilweise musste zwischen den Hügeln eine Alternative zur üblichen Strecke freigemacht werden, doch nach etwa drei Stunden hatten wird es geschafft und alle Fahrzeuge waren mehr oder weniger ohne Beschädigungen über den Pass.

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Ich musste nun abermals die Gruppe verlassen und durch den Goler wash hinunter in die kleine Geisterstadt „Ballarat“ fahren, um die letzten Rationen abzuholen. Während die Gruppe in den Goler Wash einfuhr, hetzte ich mit meinem 2004er Explorer bereits über diverse Felskanten hinunter und machte mir dabei schon berechtigte Sorgen, wie ich diese wieder hinaufkommen sollte. Es hatte nämlich leichter Regen eingesetzt, der selbst recht harmlose Felskanten binnen kürzester Zeit sehr glitschig werden lässt.

In Ballarat angekommen, lud ich hastig die Vorräte in den Wagen und bereits als ich wieder losfahren wollte erreichte mich ein Funkspruch, dass sich eines der Mitglieder der Gruppe eine leichte Rissquetschwunde zugezogen hatte. Zwar war das Führungsfahrzeug von George mit einem umfangreichen Erste-Hilfe Equipment versehen, aber dennoch lud’ ich zur Sicherheit noch einige Mullbinden und Desinfektionsmittel auf. Dann machte ich mich rasch auf den Weg.

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Der vereinbarte Treffpunkt lag etwas südöstlich der legendären Barker Ranch, Charles Manson’s letztem Versteck, in dem er auch vom FBI 1969 gefasst worden war. Mir war aufgefallen, dass das kleine Bächlein im Goler Wash durch die Regen- und Schneefälle der vergangenen Tage eine durchaus ansehnliche Grösse angenommen hatte. Da es inzwischen etwas stärker regnete, beeilte ich mich zusätzlich.

Wie ich befürchtet hatte, stellten die Felskanten im Wash bei der Bergfahrt nun aber doch eine ziemliche Herausforderung dar. Das Gestein war extrem rutschig und meine erst zaghaften Versuche blieben erfolglos. Schliesslich nahm ich die Kanten mit grösserem Schwung und konnte so doch noch die Hindernisse überwinden. Allerdings hinterliess diese Fahrweise überdeutliche Spuren an den bereits in Mitleidenschaft gezogenen Trittleisten meines Explorers. Da ich alleine war, hatte ich jedoch nicht die Zeit und Geduld, mir einige der wenigen hier vorhandenen losen Steine zu suchen, um den Anstieg etwas leichter passierbar zu machen.

Mit geringer Verspätung erreichte ich dann die Gruppe. Die Verletzung des einen Fahrers stellte sich zum Glück als harmlos heraus und so konnte eine üppigere medizinische Versorgung unterbleiben. Wir verzehrten noch einige der von mir mitgebrachten Vorräte, blieben aber wegen des Regens und der anbrechenden Dunkelheit nicht mehr lange.

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Schliesslich machten wir uns durch den tiefen und schwarzen Canyon des Goler Wash auf in Richtung Ballarat. Bergab stellten die Felskanten für die Offroadfahrzeuge keinerlei nenenswerte Hindernisse dar und so erreichten wir fast auf die Minute nach Zeitplan die Geisterstadt. Auf eine kurze Pause im noch in eingeschränktem Betrieb befindlichen „General Store“ und bei dem darin wohlig warm bulernden Kanonenofen wollten wir aber nicht verzichten, zumal sich dort eine andere Gruppe von Offroadern eingefunden hatte. Wir tauschten ein paar Geschichten und Neuigkeiten aus und fuhren shliesslich weiter nach Panamint Springs.

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Panamint Springs besteht im Wesentlichen aus einem Campingplatz, einer Bar mit Restaurant, einem kleinen Motel und einer Tankstelle. Genau diese Tankstelle war unser Ziel, da alle Fahrzeuge dringend neuen Treibstoff brauchten. Die Bar wurde dann ein weiterer Anziehungspunkt, als Bruce (der Barkeeper) uns alle zu einer Runde am Tresen einlud, um ein paar Geschichten zu erfahren. Die steuerten wir natürlich gerne bei und hatten noch viel Spass, bevor wir uns zu später Stunde zu unserem Hauptquartier nach Stovepipe Wells aufmachten.

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Vielen Dank @Bernd für die schöne Story. :)
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