Probleme mit Servolenkung

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Bergfreund
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zur Theorie...

Beitrag von Bergfreund »

Servus nochmal!

Na, da hab ich aber auch ganz viele Auchs in meinem letzten Beitrag untergebracht. Dafür würde ich gerne was zur Theorie beitragen (bei Irrtümern bitte um Verbesserung):

Das Lenkgetriebe ist für gewöhnlich (z. B. bei Zahnstangenlenkung) mit einem Differentialzylinder verbunden. Das sieht dann so aus, daß aus dem Zylinder auf einer Seite die Kolbenstange rausschaut, auf der Anderen der Zylinderboden geschlossen ist.
Problem hier: beim Einfahren erzeugt der Zylinder weniger Kraft als beim Ausfahren (gleicher Druck auf unterschiedlicher Fläche).
Lösung: In Mittelstellung werden beide Kolbenseiten gleichzeitig mit Druckseite und Rückleitung verbunden. Also keine Krafteinwirkung und keine Belastung der Servoanlage. Wird eingeschlagen, so daß der Kolben ausfährt, dann wird Druck auf beide Kolbenseiten gegeben. Durch die Flächenunterschiede ist die Kraft zum Ausfahren größer, als die zum Einfahren. Da die beiden Seiten aber verbunden sind (gleichzeitige Druckbeaufschlagung durchs Ventil), wird dabei Öl von der Stangenseite zur Kolbenseite fließen. Wird zur anderen Seite eingeschlagen, dann gibt man Druck nur auf die Stangenseite und die Kolbenseite wird nur mit dem Rücklauf verbunden; die Kolbenstange fährt ein.

Somit müßte zur Spülung und Entlüftung des Systems hauptsächlich der Lenkvorgang selber beitragen, weniger das Halten in einer Stellung.

@roadrunner: Also 30-40 mal Lenken hört sich daher durchaus realistisch an.
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roadrunner
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Re: zur Theorie...

Beitrag von roadrunner »

Bergfreund hat geschrieben:Servus nochmal!
@roadrunner: Also 30-40 mal Lenken hört sich daher durchaus realistisch an.
Ich habe es kürzlich ja selbst erlebt, beim Rausfahren aus der Halle war die Lenkung noch sehr ruckelig, nach 15-20 mal Volleinschlag in beide Richtungen war er fahrbar, nach weiteren 10-20 mal war die Lenkung wieder so, wie es sein soll.

Scheinbar kommt Luft in das System, wenn man die Räder ohne Servounterstützung auf der Hebebühne hin- und herbewegt.
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Bergfreund
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Luft im System

Beitrag von Bergfreund »

Servus auch!

Ich denke das auch. Wenn im Stillstand die Lenkung bewegt wird, dann drückt es das Öl aus dem Einfüllstutzen, das der Kolben verdrängt. Wird das System dann wieder normal betrieben, dann kann die Pumpe offensichtlich Luft ansaugen und schon ist das Problem da. Ich hab halt bei meinem XP alle Öle gewechselt und die Servo nach bekannter Manier entlüftet. Danach lief sie einwandfrei ca. 150km bis das geschilderte Versagen auftrat. Heute Mittag hab ich so getan: Auf normalem Untergrund das Lenkrad bei laufendem Motor langsam bis knapp an die Anschläge bewegt. Seitdem scheint es besser zu funktionieren. Ich werde das Teil weiterhin argwönisch beobachten und dann Berichten (falls das nicht zu langweilig wird).
Bergfreund
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Abschlußbericht

Beitrag von Bergfreund »

Servus zusammen!

Um dem Thread einen Abschluß zu geben, melde ich mich mal kurz noch zu meinem Problem.
Gleich vorweg: Hätt ich ordentlich gschaut, dann hätt mas gsehn :oops: . Es war ein mechanisches Problem (Dank an Falk, Deine Antwort hat mir keine Ruhe gelassen, bis ich alles nochmal angeschaut hab). Das Gelenk der unteren Lenksäule ist eigentlich mit Faltenbälgen versehen. Die waren aber bei meinem eingerissen, so daß die Innereien rumoxidiert sind. Hat man von Außen fast nicht gesehen. Aber nach dem Austausch der Lenksäule ist die Lenkung wieder wie gewohnt. Hab mir das Teil gebraucht besorgt (Autoranch), mußte aber auch hier die Faltenbälge auswechseln (Industriebauteile von Simrit; Bauraum ist vorhanden) und ordentlich Fett rein. Also auf die Gelenke in dem Bereich achten. Kann man ja gleich mit einer Kontrolle der Radaufhängung vorn verbinden.
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