Probleme mit Servolenkung

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Bergfreund
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Probleme mit Servolenkung

Beitrag von Bergfreund »

Servus zusammen!

Nachdem ich nu schon ein paar Tage auch hier dabei bin, bin ich genötigt, auch mal eine Frage zu stellen.

Ich hab meine Familienkutsche leider in einem mehr oder weniger verwahrlosten Zustand (und leider viel zu teuer) erstanden. Also ran an die Kiste und erstmal die Fluids gewechselt, auch in der Servolenkung. Soweit so gut. Alles geht. Dann macht die Lenkung auf sich aufmerksam. Es fühlt sich an, als ob noch Luft im System wäre. Also entlüften, Servo geht wieder. Nach einiger Zeit wirds wieder schlimmer; nochmal entlüften. Mittlerweile hab ich sämtliche Verfahren für Servolenkung entlüften durch. Ölstand stimmt auch jedesmal. Also nächste Eskalationsstufe, Traglager geprüft (nach Falks Anleitung). Alles i. O. Dann Spurstangenköpfe ausgehängt. Aha, eingelaufen. Also Austausch. Lenkung funktioniert wieder.... 15km weit. Dann wieder oben genanntes Phänomen, vor allem bei starkem Lastwechsel (Bremsen oder Beschleunigen), Lenkrad läßt sich etwa 30 Grad drehen und wird dann steif wie eingerostet. Das nächste mal gehts wieder wie neu. Dann beginnt der Widerstand nach 90 Grad Drehung usw....
Bis jetzt bin ich in den einschlägigen Quellen (Foren) nur bis dahin gekommen, daß die Anlage zu wenig Öl hat und entlüftet werden muß, bei einer defekten Pumpe oder dem Getriebe müssten die Probleme immer auftreten. Ähnliche Symptome hat mal einer bei Motor-Talk gehabt, was draus wurde ist mir nicht bekannt.
Nu is es nicht so, daß ich mich vor dem Austausch der Servopumpe oder des Lenkgetriebes drücken möchte, aber ich hätte doch gerne Eure Expertenmeinung gehört, bevor ich mich in Unkosten stürze.

Ach ja.... hab mir am Montag bei Mics eine ICOM gegönnt. Muß noch etwas nachbessern aber bin mal auf den Verbrauch gespannt. Auf der Hinfahrt im Schnitt 12,3l/100km Benzin (Autobahn mit fast konstanten 120km/h).

Ich hoffe, daß ich mich für die Hilfe aus dem Forum auch mal a bissl revanchieren kann, aber bin halt nur interessierter Laie :oops:

edit: Fahrzeug ist ein 96er HighClass OHV.
Falk

Beitrag von Falk »

Hallo Alex

Schwierig ... kann man wieder mal nur mutmaßen :closed:

Wenn an den Spurstangen, der Spur selber, dem Lenkgetriebe, der Lenkstange, der Lenksäule, Servopumpe offensichtlich technisch alles i.O. ist, könnte man Hindernisse im Ölfluss selber vermuten.

An der Ölpumpe ist am Auslauf ein Ventil. Das kann man ausbauen und kontrollieren.
Im Lenkgetriebe selber regelt noch ein Ventil. Wenn das klemmt wird ein Austausch des Lenkgetriebes vorgeschrieben.

Bei eventuellen vorhandenen Schmutz im Lenkgetriebe kann die Ölpumpe gespült werden.
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roadrunner
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Beitrag von roadrunner »

Das passiert bei mir, wenn ich z.b. auf einer Hebebühne die Lenkung bei abgeschaltetem Motor einschlage. Ich löse das so, daß ich danach bei laufendem Motor, die Lenkung ca. 30-40 mal von Anschlag zu Anschlag betätige, danach ist die Luft heraußen.
XP2 Limited Bj. 2001
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Summi
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Beitrag von Summi »

Bei einigen Servolenkungen öffnet sich beim Anschlag der Lenkung am Ende des Servokolbens ein Überströmkanal, welcher einerseits verhindern soll, dass mit voller Servokraft gegen den Anschlag gedrückt wird, andererseits kann damit entlüftet werden.
Also paar mal von Anschlag zu Anschlag lenken und dort einige Zeit (so 60 sec) verweilen, bei mehr oder weniger Lenkmoment in diese Richtung. Ich habe auf diese Art immer die Servolenkung entlüftet bekommen.

Allerdings kann ich nicht sagen, ob der Explorer solche Überströmöffnungen überhaupt hat. Ich habe mir bisher noch nicht die Servolenkung angeschaut...

Tschau
ULI
Bergfreund
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Thanx to all!

Beitrag von Bergfreund »

Servus nochmal!

Werd also nochmal entlüften und dann schaun ma mal! Special thanx to Falk: Der Tip mit dem Ölventil grenzt den Fehler bei weiteren Problemen ganz gut ein.

@all:
Also bei dem Detailwissen, der Erfahrung und dem Engagement hier im Board, mit DER Reaktionszeit hab ich ne Geschäftsidee:

Wir kaufen uns einen 12m-Container, richten den mit ner Werkstatt ein (wird sich schon einer finden mit FS Kl. 2) und stecken damit JEDE Vertretung (zumindest jene, die ich kenne) in die Tasche. :wink:
Falk

Beitrag von Falk »

Hmm....... mehr als entlüften geht ja nun nicht. Und das ist ja nun auch kein Hexenwerk.
Bei laufendem Motor die Lenkung ein halbes Dutzend mal hin-und herdrehen. Halt nur nicht bis zum Anschlag - das war´s mit dem entlüften.

Was mir noch einfällt bei deiner Beschreibung der Problematik.
Funktioniert dein Allrad ? Speziell die elektro-pneumatische Trennung der Antriebswelle Beifahrerseite ? Macht die auf, so dass du im reinen 2WD-Betrieb unterwegs ist, oder ist sie zu und im vorderen Antriebstrang bauen sich Verspannungen auf ?
Mal bei Zündung ein auf 4WD schalten und horchen, ob sich dort an der Achse die Schaltklaue bewegt.

Das:
Lenkrad läßt sich etwa 30 Grad drehen und wird dann steif wie eingerostet. Das nächste mal gehts wieder wie neu. Dann beginnt der Widerstand nach 90 Grad Drehung usw....
beschreibt genau das Fahrverhalten, als wenn du eine Automatiksperre im VA-Diff hast, die in der Kurve sich sträubt aufzumachen.

Nehme zwar nicht an, das du eine drin hast. Aber könnte ein Hinweis sein, daß das Problem im VA-Diff. zu suchen ist.
Dort auch schon das Öl gewechselt ?
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Summi
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Beitrag von Summi »

Falk hat geschrieben:Bei laufendem Motor die Lenkung ein halbes Dutzend mal hin-und herdrehen. Halt nur nicht bis zum Anschlag - das war´s mit dem entlüften.
Also ich habe mich mal ziemlich intensiv mit einer BMW-Servolenkung beschäftigt. Da war es gerade so, dass man die zum Entlüften bis zum Anschlag lenken musste und dann ca. 60 sec mit leichten Lenkmoment belasten musste und dann das gleiche mit dem anderen Anschlag nochmal machen. Grund waren die oben beschriebenen Überströmkanäle in den Anschlagstellungen.

Ich kann natürlich nicht sagen, ob das auch fpr den Explorer gilt...

ULI
Falk

Beitrag von Falk »

Nun, in der Anleitung im WHB vom Explorer steht es praktisch genau anders herum.
Das drehen von Anschlag zu Anschlag wird nur vorgeschrieben, wenn das System auf Undichtigkeiten geprüft werden soll.
Dann soll das Lenkrad aber auch nicht länger als 3-5 sec. lang in der Anschlagposition festgehalten werden.

Ich vermute mal, das wird so vorgeschrieben, um die Temperatur des Servoöls nicht zu hoch werden zu lassen. Speziell im Stand wird das doch recht schnell heiß.
Nicht umsonst sind ja auch teilweise Servoölkühler serienmäßig verbaut.
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Summi
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Beitrag von Summi »

Falk hat geschrieben:Dann soll das Lenkrad aber auch nicht länger als 3-5 sec. lang in der Anschlagposition festgehalten werden.

Ich vermute mal, das wird so vorgeschrieben, um die Temperatur des Servoöls nicht zu hoch werden zu lassen. Speziell im Stand wird das doch recht schnell heiß.
Wenn in der Anleitung steht, dass die Lenkung im Anschlag nicht gehalten werden soll, dann hat der Explorer nicht diese Überströmkanäle und alles, was ich zum Entlüften geschrieben habe, trifft also nicht auf den Explorer zu... Also so Entlüften, wie Falk es geschrieben hat!


ULI
Bergfreund
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Servolenkung entlüften

Beitrag von Bergfreund »

Servus auch!

Also;

Laut Werkstatt wird das System entlüftet, indem man die Lenkung an den einen Anschlag fährt, dort ca. 10 Sekunden hält, losläßt (Füllen!) und wieder an den Anschlag fährt. Das ein paarmal auf beiden Seiten. Andere Werkstätten machen das eben so, daß man hin- und herlenkt, ohne auf die Anschläge zu fahren.... :?

Zur Theorie: (meines bescheidenen Wissens nach...)
Der Servoylinder wird jeweils auf der einen oder der anderen Seite mit Druck von der Pumpe beaufschlagt. Fährt man gegen einen Anschlag, dann muß ein Druckbegrenzungsventil ansprechen. Diese Ventil (oder dessen Funktion) ist entweder im Lenkgetriebe untergebracht oder an der Pumpe. Im ersten Fall kann man beim Entlüften auch gegen die Anschläge fahren, es wird dann immer noch Öl durch das System gepumpt (aber nicht mehr durch den Servozylinder). Im zweiten Fall öffnet ein Ventil an der Pumpe und es kommt zu einem Kurzschluß. Dabei wird kein Öl durchs System gepumpt und die Luft bleibt auch drinnen.

@Falk: Wenn ich das richtig verstehe, dann müßte das Ventil, das Du gemeint hast (an der Pumpe), das Überströmventil sein. Also Entlüften durch Hin- und Herdrehen ohne auf die Anschläge zu fahren. Werds nochmal probieren und dann berichten. Der Allrad funktioniert soweit so gut. 2WD ist wirklich 2WD. (Meiner Meinung nach ist der pneumatisch-mechanisch-automatisch-elektronisch-gesteuerte 4WD-Auto vom XPII das schlechteste, was ich an Allrad je gesehen hab!). Diff-Sperre ist keine in der VA (sollte aber sein...). Öle wurden alle gewechselt.

Werd das Problem bald lösen und dann Bericht erstatten.

Bis dahin nochmals Dank!
Falk

Beitrag von Falk »

Nun, ich habe das beschrieben, was im WHB für exakt dieses Modell da steht.
Das Ventil am Pumpengehäuse wird als Bypassventil bezeichnet.

Praktische Erfahrungen habe ich mit Lenkungsproblemen am Explorer II noch nicht gemacht, da bis jetzt immer alles Top war.

Einzig das Lenkgetriebe am Explorer I musste mal gewechselt werden. Ist zwar ein etwas anderes System, aber die Entlüftungsthematik die gleiche.

(Meiner Meinung nach ist der pneumatisch-mechanisch-automatisch-elektronisch-gesteuerte 4WD-Auto vom XPII das schlechteste, was ich an Allrad je gesehen hab!)
Schön gesagt :D
Für die Ami-Hausfrau reicht der sicher vollkommen ........ nur wenn er (der Explorer) tatsächlich mal ernsthaft ran muss ....... :? :wink:
Bergfreund
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Servolenkung und Allrad

Beitrag von Bergfreund »

Servus auch!

@Falk: GENAU DAS! Bypassventil bedeutet, daß ein anderer Kreislauf aktiv wird, als der eigentliche Servo. Das ist auch das Geräusch, das man von der Pumpe hört, wenn man auf Anschlag fährt.

Das mit dem Allrad ist halt so a Sach: Man muß nur wissen, daß er recht langsam reagiert. Wenn die Hinterräder durchdrehen, dann werden die Vorderräder mitangetrieben und die Freilaufkupplung geschlossen. Das braucht halt seine Zeit. In diesen Sekundenbruchteilen kann schon mal eine Achse durchdrehen. Ist vor allem ein Problem beim Anfahren oder langsamen Beschleunigen auf nassen Wiesen oder im Schnee. Fazit: Entweder im Trial-Stil mit Untersetzung fahren oder mit Schmackes durch :wink:

Zurück zur Lenkung:
Vorderwagen aufgebockt (iss z. Zt. A...kalt draussen....), bei laufendem Motor Räder eingeschwenkt, dabei ab und zu größeren Widerstand gespürt . Da dieser nicht immer gleich war, gehe ich nun davon aus, daß es einmal nicht das Bypaßventil sein kann und daß es sich wahrscheinlich um einen Defekt im Lenkgetriebe handelt.

Werde weiter berichten! (Wenn ich wieder Gefühl in meinen Fingern hab... :roll: )
Bergfreund
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Begrüßung

Beitrag von Bergfreund »

@Summi: Habs grad gsehn: Auch neu im Forum, daher Willkommen auch von mir. :oops:
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Summi
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Re: Servolenkung und Allrad

Beitrag von Summi »

Bergfreund hat geschrieben: Zurück zur Lenkung:
Vorderwagen aufgebockt (iss z. Zt. A...kalt draussen....), bei laufendem Motor Räder eingeschwenkt, dabei ab und zu größeren Widerstand gespürt .
Hast Du auch mal bei ausgeschaltetem Motor gelenkt? Wenn die Räder aufgebockt sind, ist das Lenkmoment so gering, dass eigentlich keine Servounterstützung gestellt wird. Wenn der Widerstand auch bei stehendem Motor auftritt, ist das ganze wahrscheinlich ein mechanisches Problem.

ULI
--
Ford Ranger 2.5, Bj 2005 (Mazda BT50)
Ford Explorer High Class, Bj. 1997
Ford Escort 1.4i, Bj 1990

u.v.m.

ex. Ford Explorer, Bj 1993
ex. Ford Escort 1.3, Bj 1981
Bergfreund
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Test der Servolenkung

Beitrag von Bergfreund »

Servus auch!

Hab den Wagen aufgebockt und auch ohne Motorlauf getestet. Dabei die Räder eingeschlagen und auch das Lenkrad gedreht. Es war auch ein Widerstand zu fühlen, der dann aber wieder weg war. Zur Zeit funktioniert die Servo, aber ich vermute auch einen mechanischen Defekt. Wobei eine blockierte Ölleitung im Lenkgetriebe auch einen ähnlichen Widerstand hervorrufen könnte. Mal sehen, werd das Ding rausreissen und austauschen, weil schön langsam regts mich auf.
Und noch was allgemeines: Beim Bewegen der Lenkung ohne Motor sollte man Obacht geben, weil Öl aus dem Einfüllstutzen gedrückt wird! :?
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