Howdy !

Hier könnt Ihr zu Euch etwas schreiben
Benutzeravatar
Sebi1987
Beiträge: 1875
Registriert: 08.11.2007 18:32
Wohnort: Rommerskirchen-S.Town
Kontaktdaten:

Beitrag von Sebi1987 »

der thomas hat recht.ihr glaubt garnicht wie sehr sich die autos die wir bauen unterscheiden je nachdem wo sie hingehn.deswegen bin ich auch kein freund von re-importen ;-) auto ist halt nicht gleich auto und geiz ist auch nicht geil ;-)
1999 Ford Ranger XLT 4x4 (USA),Stepside, extra cab, 4.0 ohv mit Teilen aus allen Baujahren
VIN:
1FTZR15X3XPA70201
280.000km. resurrected by "Alterspinner"
Auf die nächsten...km
Member #13 "Explorer 4x4 Offroadteam"

2014 Ford Fiesta ST 1.6 ECOBOOST "Das kleine schwarze"
Benutzeravatar
homerbundy
Beiträge: 3790
Registriert: 24.07.2005 21:53
Wohnort: Garden Grove, CA

Beitrag von homerbundy »

Sebi1987 hat geschrieben:...ihr glaubt garnicht wie sehr sich die autos die wir bauen unterscheiden je nachdem wo sie hingehn...
Das stimmt - aber besonders bei den deutschen Herstellern.

Den Golf 1 gab's hier anfänglich zBsp. nur als "Rabbit", da man bei VW Sorgen hatte, dass ein so kleines Auto als eine Beleidigung für den weit verbreiteten Golfsport aufgefasst werden könnte, wenn es eben "Golf" heisst.

Dafür gab's den damals schon nur mit Velours- oder Lederausstattung, Wärmeschutzverglasung, el. Fensterhebern und selbstverständlich mit Klimaanlage. Klima konnte man zu der Zeit in Deutschland noch nicht einmal gegen Aufpreis für den Golf bestellen.

Um Re-Importe zu verhindern, bzw. zu erschweren, werden deutsche Fahrzeuge extra für den US-Markt mit roten Blinkern, kleineren Ausnehmungen für die Kennzeichen, Scheinwerfern ohne E-Prüfzeichen, usw. ausgerüstet. Den US-Behörden wäre es egal, ob ein Blinker rot odfer orange ist, denn beides ist hier erlaubt. Auch die Kunden häten oftmals lieber orange Blinker. Ich kenne selbst einige Leute, die vorwiegend deutche Autos fahren und sich dann eben die Lichter über Ebay aus D kaufen, nur um die Fahrzeuge "rückzubauen".

Es interessiert hier auch niemanden, wie gross die Ausnhemung für's Kennzeichen ist. Explorer, Expedition, div. Chevy Trucks, usw. haben zBsp. ganz standardmässig grosse Ausnehmungen, obwohl sie gar nicht offiziell nach Europa exportiert werden.

Die "Export" Aufkleber auf manchen Teilen haben tatsächlich eine fiskalische Begründung. Exportfahrzeuge werden auf den meisten Produktionsstrassen gesammelt über einen Zeitraum von ein paar Stunden hinweg gefertigt. Das sieht dann so aus, dass uBsp. von 09:00h bis 11:00h die Fahrzeuge für Mexico, von 11:01h bis 11:45h die für Chile und von 11:46 bis 13:00h die für Kanada aufgelegt werden, usw.

Es kann bautechnische Unterschiede geben - wie Zbsp. für Rechtslenker, die nach Australien oder Japan, England, etc. geliefert werden - aber bei den üblichen Fahrwerksteilen wird eben eine gewisse Anzahl vorab für den xpotrmarkt deklariert und ist somit steuerlich anders eingestuft. Ein bautechnischer Unterschied lässt sich aufgrund eines "Export" Aufklebers noch nicht definieren.

Bei Ford haben die meisten Teile statt der richtigen Teilenummer eine so genannte "Engineering Number" augfedruckt oder eingeprägt. Diese Nummer definiert das Herstellungsdatum, den Hersteller und Herstellungsort. Aufgrund dieser Nummern kann man - zBsp. bei Garantieforderungen - die Herkunft eines Teiles ermitteln. Ford kann das zumindest intern. Eine Teilebestellung aufgrund einer Engineering Number ist nicht möglich, bzw. sehr kompliziert. Mir schicken öfters Leute solche Nummern und ich muss die dann bei Ford direkt decodieren lassen. Da geht's mit der Fahrgestellnummer alleine schon einfacher...

Beim Explorer 1 und 2, welche offiziell von Ford D nach Deutschland importiert wurden, gab' es eine Hand voll Teile, die gant speziell für den deutschen/europäischen Markt notwendig waren oder als notwendig erachtet wurden. Diese sind beim Explorer 1 eben die Leuuchtweitenregulierung sowie die Rückleuchten vom Mazda Navajo mit orangen Blinker-Einsätzen anstatt des Rückfahrscheinwerfers und beim Explorer 2 gab' es Scheinwerfer und Rücklichter mit E-Prüfzeichen. Bei beiden gab' es die kanadischen Instrumente der Basisausstattung.
Besonderheit beim Explorer 2 von 1995 - 1997: Die Bosch Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung. Ab 1998 wurde - sehr wahrscheinlich weil's sowieso unnötg war und m Kosten zu sparen - auf die bereits seit 1993 in den USA verwendete FFB umgestellt.

Besonderheit beim Explorer 2 von 1995 - 2001: Alle offiziell importierten Fahrzeuge waren mit dem "Load Leveling" System für die Hinterachse ausgestattet, um die fehlende Leuchtweitenregulierung zu kompensieren. Dieses System gab' es beim Explrer in den USA nur gegen Aufpreis und wahlweise nur für die Hinterache oder für Hinter- und Forderachse. Dann hiess es "Auto Ride". Beim Mercury Mountaineer mit permanentem Allradantrieb war das Auto Ride System ab 1997 bereits Serie. Bei den Mountaineers mit zuschaltbaren Allradantrieb (ab 1998) war es auch aufpreisig erhältlich.

Bei den meisten Explorern für den deutschen Markt wurde zudem der zusätzliche Getriebeölkühler des "Towing Package" verbaut, nicht aber die Hängerkupplung und die Verkabelung. Diese wären ja auch unnötig gewesen, während eben eine verstärkte Kühlung des Getriebes für Hochgeschwindigkeitsfahrten über deutsche Autobahnen offensichtlich als sinnvoll erachtet wurde.

Alle innerhalb von 8 Jahren Verkaufszeit für Deutschland hergestelten Explorer (in Summe rund 12,000 Stk) wurden in kurzen Produktionsphasen von wenigen Stunden jährlich gebaut. Es gibt einzelne grössere Ford-Händler hier in den USA, die zu den besten Zeiten mehr Explorer in einem Jahr verkauft haben, als ingesamt jemals in Deutschland verkauft wurden.

Ford hat sich für die Exportausführung stets aus dem bestehenden Teileregal bedient. Es wurde nichts extra für den deutschen Markt entwickelt, weder im Motoren-, Bremsen-, noch Fahrwerksbereich. Gab' bei einem Modell was "besseres" - wie zBsp. eben das Load Leveling System, wurde dafür etwas anders weggelassen. Für den Preis der Leuchtweitenregulierung beim XP1 musste der deutsche Kunde auf Funkfernbedienung und Geschwindigkeitsregelanlage verzichten. Für die höhenverstellbaren Dämpfer beim XP2 wurde auf die durchgehende Mittelkonsole verzichtet, usw.

Man hat einfach aus den verfügbaren Teilen etwas zusammengesucht, das den gesetzlichen Anforderungen entsprach und wenn was teurer war als die Mindestausstattung, hat man eben dafür etwas anderes weggelassen.
2 XP's: 1x '91 Eddie Bauer 4x4, 1x '94 Export, 1x '02 Excursion 6.8L V10 4x4
Benutzeravatar
anncarina
Moderatoren-Team
Moderatoren-Team
Beiträge: 20645
Registriert: 28.06.2007 21:24
Wohnort: anncarina
Kontaktdaten:

Beitrag von anncarina »

Oh mein Gott...der Quelle Katalog ist kürzer :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Ich bleib dabei. Kein Zöllner legt sich 1000mal am Tag unters Auto, verschiedene Teile Nummern sind unterschiedlich und die Abmessungen auch. Damit ist von meiner Seite alles dazu gesagt.

@Sebi: Quod erat demonstrandum
www.anncarina.de
Schaden.- und Wertgutachter spezialisiert auf US Ford.
Geht nicht? Gibt's nicht!
Bitte Anfragen nicht per Telefon stellen sondern nur übers Forum.
Antworten